„Mit Wolfgang Mantl verliert die Steiermark einen Doyen der Verfassungs- und Politikwissenschaft“

LH Christopher Drexler zum Ableben des renommierten Politikwissenschaftlers und Juristen

Graz (29. Juli 2022).- Tief betroffen zeigt sich Landeshauptmann Christopher Drexler über das Ableben des Politikwissenschaftlers und Juristen Wolfgang Mantl, der in der Nacht auf heute (29.7.2022) im 84. Lebensjahr verstorben ist. Landeshauptmann Christopher Drexler: „Mit Wolfgang Mantl verliert die Steiermark - verliert ganz Österreich - einen Doyen der Verfassungs- und Politikwissenschaft. Wir werden ihm für seine Leistungen als international renommierte Forscherpersönlichkeit und zugleich als einen Lehrenden, der Generationen an exzellenten und anerkannten Juristinnen und Juristen in der Steiermark geprägt hat, in Dankbarkeit verbunden bleiben. Die Reform der Landesverfassung, die Einrichtung des ersten weisungsungebundenen Landesrechnungshofs Österreichs 1982, das für alle Bundesländer Modell wurde, aber auch der markante Ausbau der Volksrechte und die sogenannte Kontrollinitiative waren Früchte seiner Tätigkeit. In den Jahren und Jahrzehnten als Universitätsprofessor bergründete er eine ‚Schule der Grazer Juristenpolitologie′, die es verstand eine bahnbrechende Verbindung aus Verfassungs- und Politikwissenschaft herzustellen. Ich danke Wolfang Mantl für sein imponierendes Lebenswerk, sein Wirken und sein profundes Wissen, mit dem er den politischen Diskurs und die politischen Entscheidungen begleitet, beeinflusst und mitgestaltet hat. Mein tiefempfundenes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie."

Der 1939 in Wien geborene Wolfgang Mantl folgte 1965 dem Ruf an die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz. 1979 wurde er Ordinarius für Politikwissenschaft und Verfassungsrecht, bis zu seiner Emeritierung 2007 war er Leiter der Abteilung für Politikwissenschaft sowie Allgemeine Staats- und Verfassungslehre. Jahrzehntelang wirkte Mantl in der Steiermark an den Schnittstellen von Wissenschaft und Politik. In den Jahren 1979 bis 1990 war er führend an der Reform der Steiermärkischen Landesverfassung beteiligt. In dieser Zeit wurden unter anderem 1982 der Landesrechnungshof eingerichtet und 1986 das Volksrechtegesetz geschaffen. Neben Lehre und Forschung und einer umfassenden Publikationstätigkeit diente Mantl jahrzehntelang als Berater, Ideengeber und intellektueller Vordenker für die politische Landschaft der Steiermark. Von 1992 bis 2001 war Wolfgang Mantl auch Obmann des steirischen Gedenkwerkes Josef Krainer, benannt nach dem unvergessenen Landeshauptmann Josef Krainer sen. Auch hier brachte Mantl mit der Verleihung von internationalen und großen Krainer-Preisen bedeutende Persönlichkeiten als Preisträger nach Graz. 

Anfang April 2022 überreichte der damalige Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer Wolfgang Mantl mit dem Ehrenring die höchste Auszeichnung des Landes Steiermark. Mantl war der 121. Träger des Ehrenrings.

Graz, am 29. Juli 2022

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